Kernige Riffs im MAKERSPACE

Gitarre spielen? Nie gelernt. Gitarre bauen? Warum nicht. Was klingt wie der Beginn eines schlechten Witzes, wird im MAKERSPACE gerade handwerkliche Realität. Mitarbeiter Florian hat sich zum Ziel gesetzt, sein eigenes Instrument von Grund auf selbst zu bauen.

Es beginnt, wie so vieles heutzutage: mit einem Scroll durch den Instagram-Feed. Florian, Mitarbeiter im MAKERSPACE, sieht ein Video – jemand baut sich seine eigene E-Gitarre. Von Grund auf. Mit den eigenen Händen. Der Gedanke lässt ihn nicht mehr los. Das Verrückte daran? Florian hat noch nie in seinem Leben Gitarre gespielt. Aber genau das ist der Plan: erst bauen, dann lernen. „Der Plan wäre, mir 2 oder 3 Sachen anzulernen“, sagt er mit einem Grinsen – und wer Florian kennt, weiß: wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, zieht er es durch.

Der richtige Helfer für den Job

Zum Glück hat Florian einen Trumpf direkt nebenan: David, ebenfalls Mitarbeiter im MAKERSPACE, ist gelernter Instrumentenbauer. Besser hätte es kaum laufen können. Gemeinsam setzen sich die beiden zusammen und überlegen: Welches Modell soll es werden? Die Wahl fällt auf eine Legende – die Telecaster, entwickelt in den 1950er Jahren von Leo Fender. Quasi die Urmutter der E-Gitarre. Ein würdiger Vorfahre für Florians erstes Instrument.

Vom Foto zum 3D-Modell

Bevor die ersten Späne fallen, muss der Plan stehen. Florian zeichnet ein Foto der Telecaster am PC nach und erstellt daraus ein detailliertes 3D-Modell in einem CAD-Programm. Der zentrale Referenzpunkt beim Bau? Die Saiten. Ihre Länge und Beschaffenheit – die sogenannte Mensur – bestimmen das gesamte Instrument und letztlich den Klang.

     

Holz mit Geschichte

Für den Korpus hat sich Florian bewusst für Eschenholz entschieden – nicht irgendein Eschenholz, sondern ein Stück, das er von seinem Vater bekommen hat. Holz mit Geschichte. Da der Block allein nicht ganz gereicht hat, kommen noch zwei Nussholzstreifen dazu – ein Detail, das dem Korpus einen einzigartigen Look verleiht. Den Hals wird Florian aus Ahornholz fertigen. Alle drei Holzarten haben eines gemeinsam: Sie sind formstabil, widerstandsfähig und verziehen sich kaum.

Füchse, Fräsen und schwarze Eiche

Technik allein ist Florian nicht genug – seine Gitarre soll auch eine Geschichte erzählen. Auf der Rückseite des Korpus entstehen Aussparungen für die Elektronik, auf der Vorderseite Platz für drei Tonabnehmer. Und als krönenden Blickfang? Ein Fuchs – ausgefräst und eingelegt als aufwendige Intarsienarbeit aus schwarzer Mooreiche.

Späne fliegen – es geht los

Der Moment, auf den Florian hingearbeitet hat: Die Maschinen laufen an, der Geruch von frisch gefrästem Holz liegt in der Luft, und das satte Surren der Fräse füllt den MAKERSPACE. Das bereits verleimte Stück aus Esche und Nuss wird zunächst plan geschliffen, dann mit Schrauben gesichert – damit beim Fräsen nichts verrutscht. Die erste Form wird eingefräst, Schicht für Schicht nimmt der Rohling seine künftige Gestalt an.

Dann kommt der nächste Schritt: Eine Lage Mooreiche wird aufgeleimt und vakuumiert – das Vakuum sorgt für gleichmäßigen Druck auf jeder Stelle der Fläche, sodass das Furnier wirklich überall haftet.

Der Bau geht weiter!

Das war erst der Auftakt: Die Telecaster nimmt Form an, aber bis die ersten Riffs erklingen, liegt noch ein gutes Stück Arbeit vor Florian und David. Bald greifen die beiden wieder zu Fräse, Leim und Schleifpapier. Bleibt dran!